Pfarrei St. Stephanus Wackersdorf
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Impuls zum Gründonnerstag

(von Pfarrer Christoph Melzl)                  Fotos vom Gottesdienst... hier klicken

Liebe Christinnen und Christen,

er wird Gott sei Dank von vielen Kindern und Erwachsenen auch heute noch geliebt: „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupery. Dabei ist und bleibt die berühmteste Passage der Abschied des kleinen Prinzen von seinem Freund, dem Fuchs. Schauen wir uns diese Zeilen einmal kurz an:

 

„Adieu“, sagte er… (der kleine Prinz, Anm.)

„Adieu“, sagte der Fuchs. „Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

„Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken. (…)

„Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen“, sagte der Fuchs. „Aber du darfst sie nicht vergessen.“

 

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ – „Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen.“

Da scheint mir was dran zu sein. Ich glaube, dass im Laufe der letzten Generationen den Menschen immer mehr jene Fähigkeit abhanden gekommen ist, die ich beschreiben würde als „hinter die Dinge zu sehen“. Der Blick Vieler bleibt an der Oberfläche haften und geht nicht mehr tiefer. Mit den Augen des Herzens zu sehen fällt den meisten ziemlich schwer.

Das mag sicher an einer durch und durch naturwissenschaftlich-analytisch geprägten Gesellschaft liegen. Hier existiert vordergründig das, was sich messen, zerlegen oder unter dem Mikroskop untersuchen lässt. Wenn diese Weltanschauung die einzige bleibt, dann ist natürlich klar, dass der Mensch in den Materialismus verfallen kann, wo er sich über Geld, Besitz und Äußerlichkeiten definiert.

 

Das zeigt sich in vielen Bereichen des Lebens. Wenn die Lebenspartnerin bzw. der Lebenspartner nach oberflächlichen Gesichtspunkten ausgewählt wird, dann wird sie bzw. er wohl eher zum Lebensabschnittsgefährten werden. Für viele stellt sich in der Zeit des Kennenlernens ja nicht mehr so sehr die Frage: Wer bist du? Sondern: Was bist du? Wieviel verdienst du? Was für ein Auto fährst du? Usw…  Dabei wird völlig übersehen, dass der Mensch mehr ist, als sein Aussehen und sein materieller Besitz. Es wird nicht „hinter den äußeren Typ“ geschaut. Der Charakter und das Herz einer Person kommen so nicht zur Geltung. Der Mensch bleibt verkannt. –

 

Auch im religiösen Bereich zeigt sich das Phänomen, dass nicht mehr „hinter die Dinge“ geschaut wird. So fällt es manchen katholischen Christinnen und Christen zunehmend schwerer, wirklich zu glauben, dass Jesus selbst in den Gaben von Brot und Wein nach der Wandlung gegenwärtig ist. Meine Theorie ist auch hier diese, dass einige zunehmend nicht mehr mit den Augen des Herzens sehen können.

 

Doch das Geheimnis der Eucharistie fordert uns auf, nicht an der Oberfläche der Dinge stehen zu bleiben. Wie der Mensch mehr ist, als sein Äußeres und sein Vermögen, so ist die Heilige Hostie eben nicht einfach nur Brot.

Gerade am Tag der Einsetzung der Eucharistie, dem Gründonnerstag will uns die Kirche das bewusst machen.

Jedes Jahr ist die Lesung aus dem 1. Korintherbrief daher ein Höhepunkt der Abendmahlsliturgie:

 

„Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!

(1 Kor 11, 23-25)

 

„Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ – Wir vertrauen darauf, dass Christus bei uns ist, in guten und schweren Zeiten und sich im Sakrament der Eucharistie auf einzigartige Weise mit uns verbindet.

 

Liebe Christinnen und Christen,

mir ist bewusst, dass diejenigen, die den katholischen Glauben mit den „Augen des Herzens“ praktizieren, nun harte Wochen durchmachen, weil sie den Leib des Herrn nicht empfangen können.

Vielleicht versuchen Sie aber, in diesen Tagen, in denen Sie nicht die Heilige Kommunion empfangen können, eine Sehnsucht nach diesem Sakrament in sich zu wecken. Wenn wir Menschen jemand oder etwas entbehren müssen, entsteht immer  Sehnsucht. Und diese lässt die Wertschätzung dessen, was wir ersehnen,  umso größer werden und die Liebe wachsen.

 

Ich versichere Ihnen, dass sich Ihre Seelsorger bei der Heiligen Messe und der Kommunion auch mit Ihnen verbunden wissen!

 

In diesem Bewusstsein verabschiede ich mich auch heute mit dem Segen Gottes von Ihnen:

Der Herr segne euch und behüte euch; der Herr lasse sein Angesicht über euch leuchten und sei euch gnädig; er wende euch sein Antlitz zu und schenke euch seinen Frieden!

 

Bleiben Sie gesund!

 

Ihr Pfarrer

 

Christoph Melzl

 

 

Hinweis: Am Gründonnerstag ist die Pfarrkirche von 9.00 bis 18.00 Uhr zum Gebet geöffnet. Die „Ölbergwache“ erfolgt durch die Geistlichen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Sie sind herzlich eingeladen, sich an diesem Abend mit dem Gebet zu Hause anzuschließen.

ERSTKOMMUNION IN WACKERSDORF
Sonntag, 18. Oktober 2020 um 10:00 Uhr

Firmung 2020 entfällt!
Nach Weisung des H.H. Bischof werden alle Firmtermine für das Jahr 2020 ausgesetzt und auf 2021 verlegt. 

Hier finden Sie uns

Kath. Pfarramt St. Stephanus, Marktplatz 6, 92442 Wackersdorf

Tel:  09431 / 5735 

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