Pfarrei St. Stephanus Wackersdorf
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Impuls zum 2. Sonntag der Osterzeit 

Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit 

 

 

(von Pfarrer Christoph Melzl)

 

 

Liebe Christinnen und Christen,

wenn ich Sie frage, welche Filme Sie in Ihrem Leben bisher besonders berührt haben, können Sie mir dann spontan Filmtitel nennen? Die meisten von Ihnen schaffen das bestimmt recht leicht.

Mir selbst macht das regelrecht Spaß, gute „Streifen“ zu besprechen und zu diskutieren.

Denn Kino und Filme haben mich schon immer fasziniert. Mir ist heute besonders ein Film im Gedächtnis, den ich als junger Erwachsener zum ersten Mal gesehen habe. Er trägt den Titel: „Dead Man Walking“.

Darin geht es um die Geschichte des Mörders Matthew Poncelet, der ein jugendliches Paar ermordet hat. Er sitzt in Louisiana in der Todeszelle und wendet sich angesichts seiner bevorstehenden Hinrichtung an die katholische Ordensschwester Helen Prejean. Matthew bittet Schwester Helen um ihre Unterstützung, durch eine erneute gerichtliche Untersuchung seine Strafe in eine lebenslange Haft umwandeln zu lassen. Die Unternehmung scheitert jedoch und Poncelet wird durch die Giftspritze hingerichtet. In den USA sorgte der Film für innige Diskussionen über die Abschaffung der Todesstrafe und weltweit „kochten Emotionen hoch“. Sicherlich auch deshalb, weil der Film gut darstellt, dass Matthew Poncelet im Moment seines Todes das schreckliche Verbrechen unter Tränen bereut. – Doch die Justiz kennt in dem Film nach dem verhängten Todesurteil keine Gnade. Oder sollte ich besser sagen: keine Barmherzigkeit. Interessanterweise wurde nämlich dieser theologische Begriff in Diskussionen über „Dead Man Walking“ immer wieder gebraucht: Barmherzigkeit.

 

Dabei scheint mir das Wort Barmherzigkeit eher altbacken und nicht mehr so ganz verständlich für unsere Zeit. Leichter wird es, die Bedeutung zu erschließen, wenn wir den ersten Buchstaben von barmherzig etwas weicher sprechen oder ihn am besten gleich durch ein „w“ ersetzen. –

Also: Warmherzig. – Ich hoffe, dass viele von Ihnen wenigstens einen Menschen in ihrem Leben kennen gelernt haben, von dem Sie sagen können: „Der oder die ist warmherzig“; also liebevoll, gütig, voller Herzenswärme.

Bei warmherzigen Menschen halten wir uns nämlich gerne auf. Sie tun uns gut, weil wir Menschen Güte, Herzenswärme und bedingungsloses Angenommensein brauchen. –

Der heutige zweite Sonntag der Osterzeit wird auch als Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit bezeichnet. Er wurde von Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 als liturgisches Fest für die katholische Kirche bestimmt. Wenn die Kirche an diesem Sonntag die Barmherzigkeit Gottes feiert, dann nimmt sie das „Kennzeichen“ unseres Gottes in die Mitte: Die Liebe zu uns Menschen.

Es ist die Kernbotschaft des christlichen Glaubens: Wir haben einen Gott, dessen Wesen ganz und gar von Liebe erfüllt ist und der diese Liebe auf uns Menschen und auf die ganze Schöpfung überströmen lässt.

Diese Liebe sollte natürlich eine Antwort von uns Menschen erhalten. Wer Liebe erfährt, sollte auch Liebe schenken. Die Botschaft Jesu in unser Leben zu integrieren und sie in die Praxis der Nächstenliebe umzusetzen, scheint mir die beste Antwort auf die Warmherzigkeit Gottes zu sein. In diesen Tagen beweisen Viele auf unterschiedliche und äußerst kreative Weise Nächstenliebe in der Bewältigung der Corona-Krise. (Ich habe dies in meinem Wort zu Anfang der Pandemie erwähnt.)

An dieser Stelle ist es mir jedoch ein Herzensanliegen, allen Ärztinnen und Ärzten, sowie dem Pflegepersonal zu danken für die großartige Arbeit, die Sie in diesen Wochen an den vielen Corona-Kranken leisten. Sie sind in direktem Kontakt zu Patientinnen und Patienten und geben mutig Zeugnis von einem warmherzigen Gott – bewusst oder unbewusst. Sie praktizieren selbst Warmherzigkeit und leben die Botschaft Jesu. (Vgl. Mt 25,36: „Ich war krank und ihr habt mich besucht.“)

Fühlen Sie sich als Krankenschwester, Pfleger, Ärztin oder Arzt deshalb an diesem Sonntag besonders in den Segen Gottes eingeschlossen.

Wie immer an dieser Stelle des Impulses wünsche ich Ihnen allen:

Es segne Sie der barmherzige Gott: Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist!

 

Ihr Pfarrer 

Christoph Melzl

ERSTKOMMUNION IN WACKERSDORF
Sonntag, 18. Oktober 2020 um 10:00 Uhr

Firmung 2020 entfällt!
Nach Weisung des H.H. Bischof werden alle Firmtermine für das Jahr 2020 ausgesetzt und auf 2021 verlegt. 

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